Sonderveröffentlichung Schwäbische Zeitung
Das Wirtschaftsforum Informiert ...
Ravensburger Stadtmagazin Nr. 30 | 28. Juli 2011

Veröffentlichung Internetartikel - 03.10.2011
Konfliktlösung durch Mediation
Artikel: "Wie die Suche nach Diamanten im Wüstensand"
Autor: Dr. Walter Latzel, Trainer und Mediator
Die kalte Nacht senkt sich über der Namib-Wüste. Auch der Arbeiter Zacharias Lewala und sein Vorgesetzter, der Thüringische Eisenbahnmeister August Strauch, suchen sich einen Platz zum Schlafen. Ihre Körper sind müde vom stundenlangen Schienen verlegen und Sand schaufeln. Prachtvoll steht der Vollmond am afrikanischen Himmel. Seine Strahlen bringen die Wüste zum Glitzern. Lewala und Strauch sind plötzlich hellwach.
Da war doch was? Sie machen in dieser Nacht einen sensationellen Diamantenfund.
So oder ähnlich soll sich diese Geschichte zugetragen haben. Der Fluß "Oranje" hat vor Millionen von Jahren Steine in das Meer getragen. Wind und Wellen haben sie als kleine, wasserklare Edelsteine wieder an die Küste der Namib-Wüste zurückgespült.
Doch was hat das alles mit Konfliktlösung durch Mediation zu tun?
"Ich kündige ihm, wenn er sein Verhalten nicht endlich ändert!"
"Wir arbeiten offensichtlich nicht miteinander, sondern gegeneinander."
"Dieser ewige Streit geht mir auf die Nerven."
Emotionsgeladene Aussagen wie diese stehen oft am Beginn einer Mediation.
Die Konfliktparteien stecken fest, Argumente werden nicht mehr gehört, der Streit droht zu eskalieren. In solchen scheinbar ausweglosen Situationen suchen Beteiligte immer häufiger die Unterstützung von außen, durch einen unparteiischen Dritten, einen ausgebildeten und professionellen Mediator.
Egal ob es sich um Konflikte in privaten Beziehungen, in Unternehmen oder wie im aktuellen Fall in Bremen um eine Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Genehmigung eines Autobahnabschnittes handelt.
Im Tunnel der Wahrnehmung ist es für die Beteiligten oft schwer zu erkennen, ob das Licht in der Ferne der Lichhtblick ins Freie oder der nächste entgegenkommende Zug ist.
Die Aufgabe des professionellen Mediators ist es, sein Knowhow bereitzustellen, damit aus Konfliktgegnern wieder Konfliktpartner werden können.
Beteiligte lernen in der Mediation die Sichtweisen des jeweils anderen zu verstehen und mit gemeinsamer Kraft die "Juwelen" guter Lösungen im Scherbenhaufen des Streits zu finden, wie die berühmte "Nadel im Heuhaufen" oder eben die kleinen Diamanten in der großen Namib-Wüste.
Die Teilnehmer erkennen in der Mediation sehr schnell, dass das Verstehen des Verhaltens, der Bedürfnisse und Absichten des jeweils anderen nicht zugleich auch Zustimmung bedeutet.
Ist dieser Schritt erst einmal vollzogen, wachsen die Bereitschaft und das Vertrauen unter strukturierten Rahmenbedingungen, selbst an Lösungen zu stricken und nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Vereinbarungen zu treffen.
"Heute bin ich froh, dass ich ihm damals nicht gekündigt habe. Er hat jetzt eine führende Position in unserem Unternehmen. Ich weiß, es hatte auch Vieles mit mir zu tun und es war gut sich geeinigt zu haben."
Solche und ähnliche Äußerungen sind keine Ausnahme nach einer gelungenen Mediation. Auch wenn in Einzelfällen die Erfolge der Mediation versanden, die Diamanten unentdeckt bleiben, ermutigen Aussagen wie die obige und bestätigen den Wert, die Nachhaltigkeit und den Gewinn an Lebensqualität für die Beteiligten einer außergerichtlichen Mediation eindrucksvoll.
Alle Rechte und weitere Informationen beim
NLP Mediations Institut Ⓡ - Neue Lösungs Perspektiven
F: 0049-(0)160.8488855

