Stellungnahme – Was NLP genau NICHT ist!

 

Auf “ein Wort“ - Was NLP genau NICHT ist!

Kaum etwas hält sich hartnäckiger, als ein vereinfacht formuliertes und verkürzt gedachtes VOR-Urteil. Das Wort VOR-Urteil ist dabei im Kant´schen Sinne als “VOR allem Urteil“ zu verstehen. Vor Vor-Urteilen war und ist weder die Wissenschaft, noch die Psyche eines jeden Einzelnen von uns gefeit. Eine alltägliche Erfahrung, die jeder in seinem Leben sicher schon in irgendeiner Weise gemacht hat.

Um es vorweg zu nehmen:

Es geht hier nicht darum, sich nicht ernsthaft mit Aussagen Anderer auseinandersetzen zu wollen. Vielmehr ist dieser Beitrag als Denkanregung für diejenigen zu verstehen, die ihre Kritik, oft ohne eigene Erfahrungen und gelegentlich wider besseren eigenen Wissens “der Welt“ mitteilen möchten.

Doch folgen wir zunächst im “faustischen“ Sinne Goethes “Durchaus ... mit heißem Bemühen ...“ einigen Kritikpunkten und fragen uns:

 

“Um welche Kritikpunkte genau geht es im Zusammenhang mit NLP?“

 

Punkt 1

"... Die Wirksamkeit von NLP ist nicht wissenschaftlich evaluiert (belegt durch Studien) ...

Richtig, aber NLP war und ist eine praxisorientierte Methodenlehre mit nur bedingt eigenem Theoriegebäude. Etwas Gegenteiliges wurde auch nie behauptet. Im Umkehrschluss ist aber auch festzuhalten, dass die wenigsten praxistauglichen Kommunikationsmodelle und Therapieverfahren mit einer vollständigen, eigenen Theorie unterlegt sind. Zudem ist das Vorhandensein eines eigenständigen “Theoriekonstruktes“ einer Methode keine hinreichende und notwendige Bedingung für den praktischen Erfolg und die Wirksamkeit der Methode.

Betrachtet man Kommunikation als zum menschlichen “So-Sein“ und “In der Welt sein“ gehörend, findet Kommunikation vor Allem in ganz alltäglichen Beziehungen zwischen Menschen statt.

Gerade die gute Lehr- und Lernbarkeit der Inhalte des NLP eröffnet vielen Menschen die Möglichkeit, auch ohne wissenschaftliche Vorbildung, ihre soziale und kommunikative Kompetenz wirksam zu steigern.

Anzuerkennen ist aber die Forderung der Kritiker, dass von NLP-Lehrenden, Methodensicherheit, fachliche und menschliche Kompetenz, sowie faktenbasiertes, sicheres Hintergrundwissen und die Benennung originärer Bezüge zu verlangen ist. Unseres Erachtens nach ein “Muss“ fundierter und zertifizierter Ausbildungen!

Sollten hinter der oben genannten NLP-Kritik implizit (versteckt) geäußerte Zweifel stehen, insbesondere an der Wirksamkeit von NLP im Vergleich zu anderen Methoden, so könnten diese Zweifel problemlos auch auf alle anderen kommunikativen, psychotherapeutischen Methoden übertragen werden. Die implizite Frage nach dem Zweifel ist philosophisch gesehen in diesem Zusammenhang eine klassische Scheinfrage.

Ein Patient/Klient fühlt sich nach einer Intervention nicht besser oder schlechter, nur weil eine wissenschaftlich belegte Statistik dieses für ihn vorsieht.

Vielmehr entscheidet jeder Klient, als einziger Experte in seiner eigenen Sache, welche Bedeutung und Konsequenz eine Intervention für ihn, im Moment des komplexen inneren Erlebens, hat – ungeachtet jeder Statistik.

Für Interessierte sei an dieser Stelle auf die "Qualia-Debatte“ in der Philosophie, Psychologie und medizinischen Hirnforschung verwiesen.

Das “a posteriori“ gewonnene Erkenntnisse durch Befragen der Klienten wissenschaftlich aus- und bewertet werden können bleibt unbestritten, beweist aber die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit im Einzelfall und für künftige Klienten eben auch nicht schlüssig.

Nicht unerwähnt lassen sollten NLP-Kritiker, dass die meisten in der täglichen Praxis erfolgreich angewendeten Verfahren, wie EMDR, Hypnose, Systemische Familientherapie ... vom WBP Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie – ebenfalls nicht anerkannt sind, weil Ihnen vorgeblich die Evaluation, als wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis - für einige Interventionsbereiche - fehlt.

Kein Psychotherapeut und auch nicht der WBP stellt dessen ungeachtet die Wirksamkeit dieser Verfahren im Einzelfall ernsthaft in Frage.

Bereits Prof. Grawe hat in seinem Buch “Neurophysiologie für Psychotherapeuten“ eindrucksvoll auf das grundsätzliche Problem, die Schwierigkeit bis hin zur Unmöglichkeit der Evaluation (Bewertung durch Studien) der Wirksamkeit psychotherapeutischer und kommunikativer Interventionen hingewiesen.

Bemerkenswerterweise werden zwischenzeitlich eigenständige NLP-Masterstudiengänge von verschiedenen universitären Fakultäten angeboten.

So bietet beispielsweise die University of Kingston, Großbritannien einen eigenständigen Masterstudiengang “Master of Arts in Coaching and NLP“ an. Ebenso hat die Donau Universität Krems, Österreich ein Studienangebot “Angewandtes Coaching mit NLP". In Deutschland werden NLP-Ausbildungen, neben dem “Wissenschaftsbetrieb“, zwischenzeitlich von verschiedenen universitären Fakultäten, Fachhochschulen und Kliniken u. a. der Universität Bremen, Arbeitswissenschaftliches Institut Bremen (aib),  dem Universitäts-Klinikum-Giessen und Marburg, der FH Stralsund - Fachbereich Wirtschaft - Prof. R. Mertens, der FH Münster - Fachbereich Sozialwesen - u.v.a.m. angeboten.

Es ist davon auszugehen, dass es diese Weiterbildungsmaßnahmen und Studiengänge nicht geben würde, wenn man nicht von der Wirksamkeit des angewandten NLP als Methode überzeugt wäre.

 

Punkt 2

"NLP ist doch Manipultion und könnte für unethische Zwecke genutzt werden ..."

Strenggenommen hat JEDE Kommunikation das Potenzial in gewisser Hinsicht manipulativ zu sein. Ein Umstand, den man beklagen kann oder auch nicht.

Diese Tatsache begegnet uns täglich – egal ob Sie eine Hose kaufen, das Radio oder den Fernseher anschalten, eine Zeitung lesen, an einer Teambesprechung teilnehmen oder sich privat mit Ihrem Beziehungspartner austauschen.

Stets treffen Sie auf Meinungen und Überzeugungen anderer, die Sie mit Ihren eigenen Meinungen und Überzeugungen abgleichen und vergleichen.

Was aber passiert, wenn Sie aufgrund mangelnden Hintergrundwissens und Trainings unbewusste Sprachmuster z.B. in der Werbung nicht bewusst erkennen und diese ungefiltert Ihre Wirkung im Gehirn entfalten?

Unsere tägliche zwischenmenschliche Kommunikation präsentiert uns eine Fülle derartiger hypnotischer Sprachmuster. Insbesondere die Werbung, der Sie täglich in Wort, Schrift und Bild ausgesetzt sind.

Machen wir uns nichts vor: Jedes Unternehmen möchte, dass Sie seine Produkte oder Dienstleistungen kaufen – so funktioniert unser Wirtschaftssystem nun einmal.

Was geschieht aber, wenn Sie in einer fundierten NLP-Ausbildung gelernt haben genau diese sonst unbewussten Sprachmuster und impliziten Aufforderungen bewusst zu erkennen und wahrzunehmen?

Sie gewinnen oder bewahren Ihre Eigenverantwortung und beginnen Dinge zu hinterfragen, sie auf die Stimmigkeit und Relevanz hin zu überprüfen.

Einfacher ausgedrückt: Sie fallen nicht auf jeden Werbetrick herein, übersehen / überhören nicht Unstimmigkeiten in der Argumentation oder folgen nicht “blind“ und unbewusst der Aufforderung X zu tun oder Y zu kaufen.

... und genau diese Fähigkeit, genauer zu erkennen und wahrzunehmen, lernen Sie zu verfeinern und zu steigern in einer seriösen und fundierten NLP-Practitioner Ausbildung und bringen diese in einer NLP-Master Ausbildung zur Meisterschaft – Sie lernen sich selbst und anderen gute und zielfokussierte Fragen zu stellen, um dann eigenverantwortlich zu entscheiden was SIE wirklich wollen.

 

Nun könnten Sie natürlich einwenden, dass NLP auch eingesetzt werden könnte, um gezielt andere zu manipulieren. Grundsätzlich ausschließen können Sie das nicht, aber es sprechen eine Reihe von Argumenten und unsere praktische Erfahrung entschieden dagegen, dass das so ist.

1. Der- oder Diejenige, der/die dieses manipulative Verhaltensmuster im Alltag zeigt

    braucht dafür keine NLP-Ausbildung. Diese manipulativen Verhaltensmuster

    wurden bereits wesentlich früher gelernt und ausgeprägt. Eine Tatsache, die

    Ihnen jeder erfahrene Psychologe oder Psychotherapeut bestätigen wird.

2. Dieses vorausgeschickt, ist es sehr naheliegend, dass sich Personen mit derart hoch   

    manipulativen Verhaltensmustern gar nicht erst zu einer NLP-Ausbildung

    anmelden würden. Sie müssten nämlich befürchten, dass Ihr Verhaltensmuster alsbald

    in einer solchen Ausbildung auch für andere Teilnehmer evident (offensichtlich) würde.

3. Menschen können ihr Verhalten ändern und sie tun es regelmäßig, auf der

    Basis gewonnener innerer Einsichten und Überzeugungen. Genau das geschieht 

    tagtäglich und auch in und durch NLP Ausbildungen. Menschen sind eher 

    bestrebt, erkannte Inkongruenzen (Unstimmigkeiten), die sie häufig selbst als

    unerwünscht und unangemessen erleben, aufzulösen, statt diese gezielt zu fördern

    und zu trainieren.

 

Praktische Lebenserfahrung und der gesunde Menschenverstand legen den Schluss nahe, dass genau das Gegenteil der Befürchtung manchen Kritikers der Fall ist.

Absolventen einer NLP Ausbildung erwerben eher eine verstärkte “Immunität“ gegenüber unethischen Manipulationsversuchen durch andere und das Bedürfnis selbst zu manipulieren würde, sofern das der Fall wäre, aufgrund der gewonnen Erkenntnisse und der eigenen Persönlichkeitsentwicklung eher abnehmen.

Persönlichkeit ist eben mehr als das Verhalten in einer konkreten Situation oder einem konkreten Kontext.

Würden Sie dafür plädieren grundsätzlich allen Menschen das Autofahren zu verbieten, nur weil potenziell, bei unverantwortlich hohen Geschwindigkeiten, schlimme Unfälle passieren können? Sicher nicht! Überlegen Sie selbst was Mobilität für Sie und uns alle bedeutet.

... und auch das extrem scharfe Skalpell in der Hand eines Zahnarztes oder Arztes  könnte potenziell als Waffe angesehen werden. Aber macht es deshalb Sinn den nutzbringenden Einsatz desselben bei Operationen anzuzweifeln? Sicher nicht!

Tatsache und Erfahrung ist, das gut ausgebildete NLP-Practitioner und NLP-Master eher “immun“ gegenüber derartigen eigenen und fremden Manipulationen werden.

 

Punkt 3

... und noch eine wichtige Bemerkung zur Namensgebung “NLP – Neuro-Linguistisches Programmieren“:

„Werden im NLP etwa Menschen und ihre Psyche umprogrammiert?“

Nein, nichts ist weiter entfernt von der Wahrheit, als dieser Gedanke und die Begrifflichkeit ist zugegebenermaßen auf den ersten Blick sehr irreführend.

Doch erlauben Sie sich einen zweiten Blick ...

Die Ableitung der “ungewollt unglücklichen“ BegrifflichkeitNeuro-Linguistisches Programmierenerklärt sich folgendermaßen:

Der Terminus „Neuro – Linguistisch“ wurde erstmals von Alfred Habdank S. Korzybski (1879-1950 – Ingenieur und Linguist) im Vorwort der 1941 erschienen Neuauflage seines Buches „Science & Sanity“ – (Wissenschaft & Gesundheit) verwendet. Er wollte damit auf die engen Zusammenhänge von Sprache, den Bedeutungen, die wir Worten zuordnen, neuronalen Prozessen und Gesundheit hinweisen.

Er nannte sein methodisches Vorgehen für „gesunde Kommunikation“ - "Neuro-Linguistisches Training“.



Der Terminus wurde in den 1970er Jahren von den Begründern des NLP Richard Bandler (er studierte Mathematik und Psychologie) und John Grinder (Linguist) übernommen.
 Beide, insbesondere John Grinder als Linguist, kannten und erkannten die enge Verbindung und Bedeutung von neuronaler Sinneswahrnehmung, linguistischer, methodischer Untersuchung menschlicher Sprache in der Kommunikation sowie der prozesshaften Verarbeitung der Informationen im Gehirn, die sie, vermutlich in Anlehnung an das in den 1970er Jahren aufkommende Computerzeitalter, "Programmieren“ nannten.


Verstehen Sie daher tiefenpsychologisch den Begriff  “Programmieren“ im Sinne von:

Erkennen und Wirken von bewussten und unbewussten Denk- und Verhaltensmustern und die Möglichkeit Verhaltensmuster, die von dem Betreffenden selbst als unerwünscht und einschränkend erlebt werden, durch geeignete Interventionen zu verändern.

 

Wir machen allen Kritikern und Bedenkenträgern, fast 40 Jahre nach der Namensgebung, einen Vorschlag zur Güte. Nennen wir es einfach: 

 

NLP - Neue Lösungs-Perspektiven

Das trifft den Kern dessen, was wirklich gemeint ist.

 

Dr. Walter Latzel und M.A. Petra Latzel

N
eue Lösungs Perspektiven - NLP Mediations Institut Ⓡ